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Die „Rallye Württemberg“ Am Ende der 1.Hälfte des 20. Jahrhunderts übten die Franzosen während der Besatzung von 1949 bis 1952 die „chasse a courre“ im Schönbuch bei Tübingen aus. Der französische Gouverneur, Guillaume Widmer gründete dazu eigens eine Meute, die im Wensentlichen ehrenamtlich von Mitgliedern der französischen Gesellschaft und des Militärs betrieben wurde. Die Equipage nannte sich „Rallye Wurtemberg“ und trug ein TENUE in den alten württembergischen Farben der Landesflagge von 1848: schwarz und bordeaux-rot. Die Knöpfe zierte der Kopf eines Hirsches und der Buchstabe "W". Knopf der Rallye Wurtemberg 1949 - 1968. Quelle: https://memoiredesequipages.fr Der Begriff „Rallye“ stammt von der französischen „chasse a courre“ und leitet sich ab aus dem Wort se rallier – sich vereinigen, zusammen kommen. Es ist kein Begriff, den der Motorsport kreiert hat. Zum Ende der Besatzung zog die Equipage nach Frankreich um und jagte dort bis zum Tod von Guillaume Widmer 1968 im Département Oise. Auf der Website memoiredesequipages.fr sind viele Bilder aus dieser Zeit verlinkt, sowie Berichte aus französchen Jagdzeitschriften. Lesenswert ist der Bericht von Guillaume Widmer im Bulletin von 1960 mit der Charakterisierung des Jagdgeländes und den sich daraus ergebenden Herausforderungen für die Meute. Mitte der 1970er Jahre wurden deutsche Bläser vom Standortkommandanten in Tübingen eingeladen, gemeinsam mit französischen Soldaten die Tradition und Pflege dieser Musik wieder aufzunehmen. So entstand 1975 eine deutsch-französische Gruppe mit dem Namen „Rallye Württemberg“. Nach Auflösung der Garnison und der Rückkehr des Militärs nach Frankreich, verlagerte sich der Schwerpunkt nach Leinfelden-Echterdingen.Die Freundschaft über den Rhein wird jedoch nach wie vor sehr eng gepflegt. Als 1983 der Herzog von Württemberg die Schirmherrschaft dieser deutsch/französischen Gruppe übernahm, entschied man sich, vorhandene Traditionen weiterzupflegen. Man übernahm die Farben der früheren Rallye Wurtemberg für das TENUE, durfte aber den historischen Knopf nicht verwenden und gestaltete das Motiv aus Hirschgeweih und Württemberger "W" völlig neu. Die Prägewerkzeuge für die Knöpfe hat man sich buchstäblich "ersoffen": zum Übungsabend musste reihum ein Mitglied einen Kasten Bier spendieren. Die Flasche wurde für 5,- DM abgegeben und der Abend war erst zu Ende, wenn der Kasten leer war. Die Rallye Württemberg hat in den vergangenen 50 Jahren viele Jagden mit den Meuten des SHC, der Hardtmeute und des Bayrischen Schleppjagdvereins begleitet, sowie auch die Jagden des Stuttgarter Reit- und Fahrvereins zum Schloss Solitude. Ca. 40 Hubertusmessen wurden allein in der Echterdinger St. Raphael-Kirche gefeiert, zudem Messen auf der Birnau, in der Basilika in Weingarten und den Klöstern Beuron, Ottobeuren und Irsee. Weitere Highlights waren Auftritte im vornehmen Düsseldorfer Industrie-Club, im traditionsreichen "Deidesheimer Hof" und 2010 in der Stuttgarter Liederhalle gemeinsam mit den Stuttgarter Philharmonikern. Ca. 120 Bläser gibt es zur Zeit in Deutschland, Sie sind in der FITF, der „Federation Internationale des Trompes de France“ zu Hause. Auch wir, die Rallye Württemberg, leiden unter Nachwuchsproblemen, einmal wegen der großen blastechnischen Anforderungen und zum anderen wegen der hierzulande geringen Bekanntheit dieses faszinierenden Instruments und seiner Musik. Jeder neue Bläser, der sich dieser Leidenschaft verschreiben will, ist bei uns herzlich willkommen. Sehr gerne gestalten wir Reitjagden und Hubertusmessen, aber auch für andere Veranstaltungen stehen wir nach Absprache gerne zur Verfügung. |